Lesungsabend - Lesung aus Petra Bonavita, Dieter Maier: Erica Ludolph, Judenretterin und Widerstandskämpferin

Lesungsabend - Lesung aus Petra Bonavita, Dieter Maier: Erica Ludolph, Judenretterin und Widerstandskämpferin

Lesungsabend - Lesung aus Petra Bonavita, Dieter Maier: Erica Ludolph, Judenretterin und Widerstandskämpferin

Dienstag, 25. August 2026, 19:30 Uhr
St. Thomas, Gemeindesaal, Heddernheimer Kirchstraße 5, 60439 Frankfurt am Main

Erica Ludolph rettete 1944 „mit unendlichem Herzklopfen“ und falschen Pässen die jüdische Mutter einer Freundin vor dem KZ. Pfarrer der Bekennenden Kirche hatten die 700 km lange Fluchtroute organisiert. Sie arbeitete mit Pfarrer Heinz Welke zusammen. Beide gehörten zur Bekennenden Kirche, also dem Teil der evangelischen Kirche, der sich gegen Hitler stellte.

Ludolph war Kurierin zwischen französischen Kriegsgefangenen in ihrer Heimatstadt Frankfurt am Main und dem Widerstand in Frankreich. Hitlers Geheimpolizei GESTAPO verhörte sie. Arno Lustiger nennt ihre Arbeit „Rettungswiderstand“.

Nach dem 2. Weltkrieg studierte sie in den USA („die große Befreiung“) und hielt dort etwa 200 Vorträge. Sie arbeitete in Frankfurt, London, Wien und Sizilien. Sie verbrachte 40 Jahre lang in Südfrankreich. Sie reiste viel, auch nach Mexico und Cuba. Sie erbte ein Vermögen und spendete es „aus Verantwortung“.
Ludolph sprach nur über ihre Rettungen, wenn jemand sie fragte. Bei einer Stolperstein-Verlegung sprach sie Petra Bonavita an, und so entstand das Buch. Ludolph in einem Tagebuch zur Stolperstein-Verlegung vor der Holbeinstr. 40 in frankfurt: „Mir brach fast das Herz, aber nun leuchten sie dort – und ich werde sie putzen, wenn ich kann … wir schrien nicht, als sie geholt wurden … aber der Weg ist richtig, ein Leben lang, zu ihrer Ehre, ihrem Gedächtnis – sie wurden getötet, aber wir werden sie wiederfinden bei Gott.“

Ihre in vier Sprachen geschriebenen Tagebücher erweisen sie als gebildete Weltbürgerin, die von Ängsten verfolgt war. Freundinnen hatten mit ihr darüber diskutiert, ihr Leben aufzuschreiben. Sie spielte mit diesem Gedanken. Dazu kam es aber nicht mehr. Bonavita und Maier lassen sie weitgehend mit ihren in den Tagebüchern hinterlassenen Worten sprechen.

Es ist die erste Biografie Erica Ludolphs. Sie zeichnet ein ebenso eindrückliches wie detailliertes Mosaik einer Epoche nach, deren Einfluss bis zur heutigen Zeit nachwirkt. Was sie und andere getan haben, ist beispielhaft: Auch unter extremen Bedingungen ist Widerstand möglich. 

Das Buch:
Petra Bonavita, Dieter Maier: Erica Ludolph, Judenretterin und Widerstandskämpferin, 288 Seiten, 1. Auflage 2026, ISBN: 978-3-89657-018-8, 25,00 €. Bei Bezug über Verlag: Schmetterlingverlag, Libanonstr. 72A, 70184 Stuttgart

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