© Peter Rassow

St. Thomaskirche

Geschichte

Bis 1818 gehen die evangelischen Menschen in Heddernheim in die Auferstehungskirche in Praunheim. Dann sollen sie zum nächsten evangelischen Pfarrort des Herzogtums Nassau: Eschborn. Deutlich länger und beschwerlicher ist der Weg, so dass die evangelischen Heddernheimer die Initiative zu einer eigenen Kirche ergreifen. Im Oktober 1819 wird der Bau der ersten evangelischen Kirche in Heddernheim genehmigt, und im Januar 1821 wird die Kirche eingeweiht. Nach wie vor ist aber der Eschborner Pfarrer für die Heddernheimer zuständig. Erst 1874 wird Heddernheim eine eigenständige evangelische Gemeinde. Als 1891 die katholische Kirche abbrennt, öffnet die evangelische Kirche ihre Türen für die katholische Gemeinde: sie darf ihre Gottesdienste in der Zeit bis zum Neubau 1893 dort feiern. Wegen Baufälligkeit wird die evangelische Kirche aber direkt nach dem Auszug der katholischen Gemeinde geschlossen. Normale Gottesdienste werden in der Eschersheimer Kirche gefeiert, große Gottesdienste in der neuen katholischen Nachbarkirche St. Peter und Paul. 1896 gibt es erste Pläne für einen evangelischen Neubau im neugotischen Stil, im April 1897 den ersten Spatenstich und am 12.10.1898 wird die neue Kirche eingeweiht. Pfingsten 1901 erklingt die neue Orgel der Gemeinde.

1938 wird die Kirche grundlegend renoviert. Sie erhält eine Heizung und eine neue Orgel. „Die schönste Kirchenorgel Frankfurts“ heißt es. Am 22. März 1944 trifft eine Brandbombe den Kirchturm, der in die Kirche stürzt, so dass diese bis auf die Grundmauern ausbrennt. Schon 1946 steht der Turm wieder und die Glocken läuten. Der Wiederaufbau läuft, unterstützt von den zahlreichen kleinen Handwerksbetrieben im Ort, und wird am26. Oktober 1950 abgeschlossen, wobei die neue Orgel ab November 1952 erklingt.

Nach dem Krieg soll die Gemeinde einen eigenen Namen bekommen: „St.Thomas“ schlägt Pfarrer Heinemann vor. Das „Sankt“ stößt in der evangelischen Kirchenverwaltung wegen der angeblich katholischen Anmutung auf Bedenken. Aber mit dem Hinweis, das „Sankt“ sei auch von Luther veerwendet worden und stehe daher in gut lutherischer Tradition, setzt sich der Pfarrer gegen den Darmstädter Kirchenpräsidenten Martin Niemöller durch: Am 30.9.1949 erhalten Gemeinde und Kirche offiziell den Namen St. Thomas.

 

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